Aktuelles zum FADZ in Lichtenfels

Das Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien (FADZ) nimmt Gestalt an

Online-Pressegespräch am 11. März 2021 um 15 Uhr via Zoom-Meeting

 

Teilnehmer in alphabetischer Reihenfolge:

 

Foto Stefan Gast

Prof. Dr. Stefan Gast

Dekan der Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik der Hochschule Coburg

Foto Frank-Carsten Herzog

Frank Herzog

Vorsitzender des FADZ-Fördervereins

Foto Garbriele Hohenner

Gabriele Hohenner

Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken Bayreuth

Foto Andreas Hügerich stehend

Andreas Hügerich

Erster Bürgermeister der Stadt Lichtenfels

Foto Landrat Meißner

Christian Meißner

Landrat des Landkreises Lichtenfels

Foto Mathias Söllner

Mathias Söllner

Kreishandwerksmeister Lichtenfels

 

Hintergrundinformationen:

 

Der Förderverein bringt Leben ins FADZ

Der Förderverein des Forschungs- und Anwendungszentrums für digitale Zukunftstechnologien Lichtenfels e. V. wurde am 18. November 2019 gegründet. In ihm treffen sich Industrie, Einzelunternehmen und Handwerk, Hochschule und Schulen. Hier werden in verschiedenen Arbeitsgruppen Konzepte entwickelt, die das FADZ schon heute mit Leben füllen. Beispielsweise die Aktiven des „Makerspace“, die eine Werkstatt für jedermann von der Kreissäge bis zum Lasercutter in den Räumen der ehemaligen Buchhandlung Schulze aufbauen. Oder die Arbeitsgruppe digitales Klassenzimmer, die das FADZ mit den Schulen verknüpfen möchte. Was brauchen Grundschüler, was Mittelschüler, was Gymnasiasten? Aber auch Fragen, wie Zukunftstechnologien den Unterricht bereichern können, sollen hier diskutiert, entwickelt und angewendet werden.

Digitale Themen wie künstliche Intelligenz, das eigenständige Lernen von Maschinen oder das Internet der Dinge werden ihren Platz im FADZ finden. Insbesondere die Digitalisierung im Handwerk wird eine große Rolle spielen. Ersatzteile, die schnell und kostengünstig vor Ort in 3-D ausgedruckt werden können, sind da nur ein Beispiel. Mit den Pionieren im 3-D-Druck Hofmann und Concept Laser, heute General Electric, ist Lichtenfels international zu einem Hotspot der Technologie geworden. Dieses Wissen und diese Erfahrung möchte der Förderverein mit dem FADZ in die Breite tragen und allen zugänglich machen: dem Handwerk, kleinen Unternehmen, Forschern, Studierenden und jedermann.

Der Verein vernetzt Unternehmerinnen und Unternehmer und fördert deren Austausch und gegenseitige Hilfestellung. Er hilft in Notsituationen durch Vermittlung von Kontakten und Wissen. Und er schafft ein Wir-Gefühl für heimischen Betriebe und sorgt für Wissenstransfer.

 

Der Vorstand des Fördervereins:

Erster Vorsitzender ist Frank Herzog, Gründer und Gesellschafter von Concept Laser, unterstützt von Eva Bittmann, Geschäftsführerin des Sachverständigenbüros werkstoff & struktur, als Zweite Vorsitzende und Roland Vogel, Vorstand der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, als Schatzmeister. Als Beisitzer wurden Birgit Partheymüller, Geschäftsführerin innocept Engineering, André Baumann, Geschäftsführer Verpa Folie Weidhausen, Gisela Raab, Geschäftsführerin Raab Baugesellschaft und Kreishandwerksmeister Mathias Söllner ernannt. MdB Emmi Zeulner und MdL Jürgen Baumgärtner fungieren als natürliche Vorstandsmitglieder, genauso wie Christiane Fritze, Präsidentin der Hochschule Coburg.

 

Stellungnahme von Frau Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner, Industrie- und Handelskammer

„Deutschland ist ein Technologiestandort. Das trifft für Oberfranken mit seiner hohen Industriedichte in besonderem Maße zu. Viele Arbeitsplätze hängen in unserer Region an der Industrie. Damit sich der Standort Oberfranken auch weiterhin positiv entwickeln kann, brauchen wir Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die die Brücke schlagen zwischen den aktuellen und künftigen Herausforderungen auf der einen Seite und unserer mittelständischen Wirtschaft auf der anderen Seite. Hier kommt dem FADZ eine wichtige Rolle zu. Als IHK für Oberfranken Bayreuth stehen wir deswegen klar hinter dem visionären Konzept für das FADZ.“

 

Stellungnahme der Handwerkskammer

Das Handwerk in Oberfranken bringt sich gerne aktiv in das Forschungs- und Anwendungszentrums für digitale Zukunftstechnologien (FADZ) Lichtenfels ein. Eine Bildungsstätte und ein Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien unterstützt die regional ansässigen Betriebe bei der Bewältigung der Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt. Ansatzpunkte hierbei sind: Standortpolitische Ziele, Weiterbildung und die Ansprache des Handwerkers der Zukunft.

Das oberfränkische Handwerk soll als starke, attraktive und innovative Wirtschaftsgruppe vor Ort wahrgenommen werden. Durch attraktive „Anlaufstellen“ und kurze Wege können regionale Handwerksbetriebe besser und einfacher angesprochen werden. Weiterhin kann am Standort Lichtenfels die Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg mit deren handwerkerdienlichen Bachelor- und Masterstudiengängen intensiviert und ausgebaut werden. Damit verbunden ist eine Attraktivitätssteigerung einer Berufsausbildung im Handwerk. Im Rahmen des FADZ bietet sich für das Handwerk die Möglichkeit, sich als innovativen und zukunftsgerichteten Wirtschaftszweig darzustellen und junge Fach- und Nachwuchskräfte anzusprechen.

Im FADZ kann für die Handwerkskammer die Möglichkeit entstehen, Räumlichkeiten zu nutzen. Diese sollen für Lehrgänge, Workshops oder auch innovative Veranstaltungsformate, wie Open Spaces oder Makeathons genutzt werden. Der Transfer von Wissen aus der Wissenschaft in die Praxis und umgekehrt kann in einer solchen Umgebung mit niedrigen „Barrieren“ stattfinden und das „Lernen voneinander“ kann deutlich ausgebaut werden.

Im Rahmen von gemeinsamen Weiterbildungsangeboten in Form von Zertifikatslehrgängen oder Seminaren können Fachkräfte in Handwerksbetrieben qualifiziert und vorbereitet werden. Ein großes Anliegen der Handwerkskammer für Oberfranken ist es, unsere Mitglieder für zukünftige Herausforderungen fit zu machen.

 

Masterstudiengang der Hochschule startet im Sommer 2022 in Lichtenfels

Lichtenfels wird Hochschulstandort. Ab dem Sommersemester 2022 werden 20 bis 30 Studierende im FADZ im Studiengang „Additive Manufacturing and Lightweight Design“ ihren Master machen können. Die Bewerbungsphase für die Plätze beginnt am 15. November 2021.

 

Der Zweckverband für das FADZ ist in Gründung

Für die Umsetzung des Projektes wollen der Landkreis Lichtenfels und die Stadt Lichtenfels einen Zweckverband gründen. Die Beschlüsse sollen in der Stadtratssitzung am 29. März 2021 und in der Kreistagssitzung am 21. April 2021 gefasst werden. Die größte Aufgabe gleich zu Beginn wird die Sanierung der Kirschbaummühle sein. Sie soll zum FADZ mit Schulungsräumen, Laboren, Büros für Existenzgründer und einem Repair-Café für jedermann umgebaut werden. Die klimaneutrale Sanierung wird vom Bundesumweltministerium in Berlin mit elf Millionen Euro gefördert. Lichtenfels ist damit mit im Programm „Maßnahmen zum nationalen Klimaschutz – Lernen am CO2-neutralen Alltagsbau“

 

Machbarkeitsstudie

Das Architekturbüro Studio Gründer Kirfel kam in einer Machbarkeitsstudie als außenstender Experte zu dem Schluss, dass das FADZ mit seinem Raumprogramm und seinen Anforderungen „perfekt in die Kirschbaummühle“ passt. Der Einzug des FADZ in die Kirschbaummühle hat nicht nur den positiven Effekt, dass ein städtebaulich für Lichtenfels wichtiger Baustein wieder instand gesetzt wird und eine neue zukunftsfähige Nutzung erhält, sondern birgt darüber hinaus das Potential auf das Quartier rund um die Mühle zu wirken. Das FADZ in der Kirschbaummühle zeichnet sich nach einem ersten Entwurf in der Machbarkeitsstudie durch eine behutsame Instandsetzung der bestehenden Baukörper aus. Über das 4. und 5. Obergeschoss spannt sich ein neuer Holzbau mit Filterfassade. Sein architektonischer Ausdruck ist klar zeitgenössisch, jedoch nicht aggressiv zeitgenössisch. Der markante Turm soll als Form bestehen bleiben. Bei Dämmerung könnte dann die neue „Krone“ bis weit in die Stadt strahlen. Wie dies konkret aussehen könnte, zeigt der beigefügte Entwurf.

Ansicht-Entwurf aus der Machbarkeitsstudie_Entwurf Studio Gründer Kirfel.jpg

Ansicht: Entwurf des FADZ in der Kirschbaummühle nach einem Entwurf aus der Machbarkeitsstudie, Studio Gründer Kirfel, Bedheim.

 

Statement von Landrat Christian Meißner

Der Kreistag von Lichtenfels hat in seiner Sitzung am 21. November 2019 den Grundsatzbeschluss zur gemeinsamen Realisierung des Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien (FADZ) mit der Stadt Lichtenfels gefasst. Besonders bemerkenswert aus Sicht des Landkreises ist, dass sich die Fachhochschule Coburg über dieses Projekt auch im Landkreis Lichtenfels mit einem Masterstudiengang niederlässt - und das bereits ab dem Jahr 2022.

Diese langfristige Entscheidung und das bemerkenswerte Engagement vor allem der heimischen und regionalen Unternehmen im FADZ-Förderverein, hat uns in der Entscheidung bestärkt, mit der Stadt einen gemeinsamen Zweckverband zu gründen, der sich hauptsächlich um das künftige FADZ-Gebäude (Kirschbaummühle) kümmern wird. Hierzu wird sich der Landkreis voraussichtlich mit einem sechsstelligen Euro-Betrag über fünf Jahre hinweg engagieren.

Meinen besonderen Dank möchte ich dem „Spiritus Rector“ des FADZ, Herrn Frank Herzog, aussprechen, der trotz des langen Weges immer an seine Idee geglaubt und mit viel Fleiß und Herzblut das Netz rund um den regionalen Leuchtturm immer dichter gewoben hat. Als Landrat möchte ich mich auch bedanken bei den Fördermittelgebern Land Bayern und Bundesumweltministerium. Durch ihre avisierten Zusagen versetzen sie Landkreis und Stadt Lichtenfels in die Lage, dieses regionale Alleinstellungsmerkmal auf den Weg zu bringen. Ich hoffe und wünsche, dass das FADZ seinen Bildungsauftrag erfüllen kann, zum Wohle der heimischen Bevölkerung und den sich engagierenden Unternehmen.

Gerade der Entwicklungsstand der digitalen Zukunftstechnologien etwa beim 3D-Druck, der in besonderem Maße auch in unserem Landkreis Lichtenfels seinen Ursprung hat, und die sich nun bietenden Möglichkeiten für Bildung, Forschung und Entwicklung zeigen, dass Fortschritt auch aus der Fläche kommen und sich nicht nur in der Großstadt entwickeln kann.

 

Statement von Erstem Bürgermeister der Stadt Lichtenfels, Andreas Hügerich

Wir stehen mit der Realisierung des FADZ vor einem großen Schritt für unsere Region. Ich freu mich, dass die Kirschbaummühle im Herzen der Stadt saniert und damit wiederbelebt wird. Sie wird das Zuhause für das FADZ, das der Förderverein mit Leben füllen wird. Damit strahlt das FADZ in Stadt und Landkreis Lichtenfels, in Oberfranken und Bayern. Dass Lichtenfels inzwischen international einen so guten Ruf in der 3-D-Branche hat zeigt mir, wie unermüdlich viele Denker, Erfinder und Unternehmer bereits viele Jahre daran arbeiten.

Auch das FADZ, das dieses Wissen und den Forschergeist in die Breite tragen wird, wird bereits seit über fünf Jahren gemeinsam entwickelt. Mir zeigt das Miteinander aus Stadt und Landkreis, Hochschule und Wirtschaft, dass wir nur gemeinsam unsere Stärken zeigen können und unserer Region damit Wege in eine gesunde, lebendige und erfolgreiche Zukunft bauen.

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