Heimatmuseum Klosterlangheim

Herzlich willkommen im Heimatmuseum Klosterlangheim

 

Heimatmuseum Klosterlangheim

 

Das Zisterzienserkloster Langheim

 

Im Jahr 1132 ließ sich eine kleine Gruppe von Zisterziensermönchen im Leuchsental nieder. Dort fanden sie den idealen Bauplatz für ihr Kloster, mit Raum für die Klostergebäude, für landwirtschaftliche Flächen und Fischteiche. Auch die Lage war perfekt: abseits von größeren Städten, aber nur wenige Kilometer von Lichtenfels und einer großen Handelsstraße entfernt.

 

Durch Stiftungen und gezielte Ankäufe vergrößerte das Kloster Langheim seine Besitzungen und wurde zu einem der einflussreichsten Klöster der Region. Es unterhielt Stadthöfe in Bamberg, Kulmbach und Scheßlitz. Die nahegelegene Wallfahrt Vierzehnheiligen betreute es seit ihrem Beginn im 15. Jahrhundert. Die große Wallfahrtskirche, erbaut von Balthasar Neumann, gilt als eines der künstlerischen Meisterwerke des deutschen Barock.

 

Das Kloster Langheim bestand 670 Jahre, bis es mit der Säkularisation im Jahr 1803 aufgelöst wurde. Die große Kirche wurde auf Abbruch verkauft, genauso auch Teile des Konvents und der Abtei. Von der einstigen Größe des Klosters zeugen bis heute die ehemalige Katharinenkapelle (1. Hälfte 13. Jahrhundert), die ehemalige Sepulturkapelle (1625), Teile des Konvents, der Ökonomiehof und weitere Wirtschaftsgebäude (18. Jahrhundert).

 

Nach der Säkularisation entwickelte sich hier eine Ortschaft mit eigenständiger Verwaltung und einer lebendigen Vereinskultur. Die große Brauerei bestand bereits unter den Zisterziensern und wurde bis ins frühe 20. Jahrhundert weitergeführt.

 

 Modell Kloster Langheim

Kernstück der Sammlung ist ein ca. 12 qm großes Modell der Klosteranlage

vor dem Brand im Jahre 1802.

   

Unser Museum

 

Das Heimatmuseum Klosterlangheim besteht seit 1982. Der sehr aktive Verein der Heimatfreunde Klosterlangheim hatte beschlossen, zum 850jährigen Jubiläum der Klostergründung ein Museum einzurichten. Es sollten Kloster- und Ortsgeschichte gleichermaßen dargestellt werden. Dafür fragte man bei umliegenden Kirchengemeinden nach Säkularisationsgut, das bei der Versteigerung des Klosterinventars 1803 dorthin gekommen sein könnte, erbat Gegenstände aus Familienbesitz, bekam Exponate aus den Beständen des Stadtmuseums Lichtenfels und kaufte aus dem Antiquitätenhandel das Porträt eines Langheimer Abts.

 

Für die Präsentation der Sammlung stellte die Stadt Lichtenfels eines der verbliebenen Klostergebäude zur Verfügung. Es ist der letzte Teil der Abtei, die 1690 bis 1700 von Leonhard Dientzenhofer errichtet, aber nach der Säkularisation fast vollständig abgetragen worden war. Dieser barocke Abtei-Südflügel war einstmals ein imposanter Bau mit 20 Fensterachsen, drei Geschossen und einem mächtigen Walmdach. Auch an dem heute viel kleineren Gebäude zeugen mehrere Details von seiner einstigen Größe und Bedeutung: die mächtigen Sandsteinquader des Mauerwerks, die extrem tiefen Fenstergewände und die profilierten Fensterrahmen.

 

Das Museum Klosterlangheim wird vom Verein der Heimatfreunde Klosterlangheim betreut. Die fachliche Leitung hat die Lichtenfelser Stadtarchivarin Christine Wittenbauer inne.  

 

Die Stadt Lichtenfels beabsichtigt, das Museum Klosterlangheim auszubauen und die Präsentation zu modernisieren. Seit Ende 2017 wird die Sammlung von der Kunsthistorikerin Dr. Gabriele Wiesemann wissenschaftlich erfasst und inventarisiert. Ein Grobkonzept zur modernen Neugestaltung des Museums liegt vor. Die Stadt Lichtenfels stellt noch in diesem Jahr einen LEADER-Förderantrag zur Revitalisierung des Heimatmuseums Klosterlangheim.

  

 

Unser „Heimatschatz“: Die Grabplatte der Barbara von Schaumberg, 1579

 

Die „Grabplatte der Barbara von Schaumberg“ hat beim bayerischen Wettbewerb „Heimatschätze“ einen mit 1000 € dotierten Preis gewonnen!

http://www.heimat.bayern/heimatschaetze/

 

Am Freitag, den 13. Juli nehmen die Stadtarchivarin Christine Wittenbauer und die Kunsthistorikerin Dr. Gabriele Wiesemann die Auszeichnung bei dem Festakt in der Münchener Allerheiligen-Hofkirche entgegen. Eine Publikation wird alle 100 prämierten Heimatschätze vorstellen.

 

Die rechteckige Steinplatte ist eines der letzten Zeugnisse der nach 1803 vollständig abgebrochenen Klosterkirche. Sie kam auf verschlungenen Wegen ins Museum. Schon im 19. Jahrhundert befand sie sich in einem Langheimer Wohnhaus, wurde in den 1930er Jahren bei Baumaßnahmen wieder entdeckt, in die Mauer des Hauses Abteistraße 19 eingebaut und 1987 in das neue Museum gegeben.

 

Grabplatte Barbara von Schaumberg

 

Man hatte schon früh erkannt, dass diese Grabplatte mit ihrer fast vollständig erhaltenen Inschrift ein besonderes historisches Zeugnis darstellt. Das hat sie wohl gerettet. In berührenden Worten wird vom Leben und Sterben der Barbara von Schaumberg berichtet, erzählt aus der Perspektive ihres Ehemannes Alexander von Redwitz. Barbara, „EIN EDLE IVNGFRAW AN ZVCHT VND TVGENTR[EICH]“, hatte ihn im Alter von 16 Jahren geheiratet. Sie war ihm neunzehn Jahre lang „IN LIEB VND AUCH IM LEID“ treu verbunden, gebar sieben Söhne und sechs Töchter, war während einer erneuten Schwangerschaft erkrankt und schließlich in großem Gottvertrauen gestorben. Die in Reimen gesetzten Verse klingen wie eine persönliche Liebeserklärung des Ehemannes an seine verstorbene Gattin.

 

Der Text öffnet ein Fenster in die Zeitgeschichte des 16. Jahrhunderts. Es werden so viele Fakten konkret genannt, dass wir uns den genannten Menschen sehr nahe fühlen und gerne noch mehr erfahren würden: War es eine mit politischen Interessen arrangierte Ehe zwischen zwei der bedeutendesten Adelshäuser der Region oder doch eine Liebesheirat? Wie ging es den Eheleuten während ihrer Partnerschaft, wo wohnten sie, was waren ihre täglichen Aufgaben? Wie erlebte Barbara von Schaumberg ihre typisch weibliche Biographie mit 13 Schwangerschaften in 19 Jahren und ihrem frühen Tod im Alter von 35?

 

Die beiden Familien von Redwitz und von Schaumberg gehörten zu den einflussreichsten Geschlechtern der Region, sie stellten mehrere Fürstbischöfe und hohe Amtsträger der Bistümer Bamberg, Würzburg, Augsburg und Eichstätt. Dass sie das Kloster Langheim als Hauskloster für ihre Grablegen gewählt haben, zeugt von dessen hoher politischer Bedeutung seit dem Mittelalter. Aus einem Bericht des späten 17. Jahrhunderts wissen wir, dass die von Redwitz´ die zweite und die von Schaumbergs die vierte Seitenkapelle der Klosterkirche belegten.

 

Adresse:

Abt-Mösiger-Straße 4

96215 Lichtenfels

  

Öffnungszeiten

 

von April bis Oktober

Mi. - So. : 14 Uhr - 17 Uhr

  

Ansprechpartnerin


Stadtarchivarin Christine Wittenbauer (Museumsleitung)

Tel.:

09571/795-134

Fax.:

09571/795-40134

email:

 heimatmuseum@lichtenfels.de

 

Museumsbetreuung

 

Verein der Heimatfreunde Klosterlangheim

Frau Elisabeth Klinger

Tel.: 09576/1246

 

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