Ein Dinosaurier zieht in den Oberen Torturm ein
3D-gedruckte Skelett-Replik eines jungen Allosaurus
wird neues Highlight der Fossiliensammlung
Claudia Dressel, Stadt LichtenfelsDer Obere Torturm öffnet nach der Winterpause wieder seine Türen – und wartet mit einer besonderen Attraktion auf: Ab 1. März 2026 ist dort eine detailgetreue Skelett-Replik eines jungen Allosaurus zu sehen. Der Obere Torturm mit der Ausstellung „Fossilien des Jura“ ist künftig wieder regelmäßig freitags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Das rund 2,70 Meter lange und 1,30 Meter hohe Modell wurde im 3D-Druckverfahren vom Zweckverband Forschungs- und Anwendungszentrum für Digitale Zukunftstechnologien (FADZ) gefertigt und ergänzt die bestehende Sammlung um einen eindrucksvollen Blickfang. In den vergangenen Wochen wurde die Ausstellung zudem museumspädagogisch überarbeitet. Neue Informationstafeln vermitteln die Erdgeschichte der Region nun anschaulicher und verständlicher.
„Die detailgetreue Skelett-Replik ergänzt unsere zahlreichen Originalfossilien hervorragend und ist insbesondere für Familien mit Kindern ein echter Hingucker“, freut sich Stadtarchivarin Christine Wittenbauer über das neue Ausstellungsstück.
Der Allosaurus lebte vor etwa 150 Millionen Jahren im Zeitalter des Oberjura. Der zweibeinige Raubsaurier mit kräftigen Greifhänden, gezackten Zähnen und langem Schwanz zählt zu den bekanntesten Jägern seiner Zeit. Fossilienfunde stammen vor allem aus Nordamerika, einzelne Nachweise auch aus Europa, insbesondere aus Portugal. In Deutschland wurden bislang keine direkten Allosaurus-Knochen entdeckt, jedoch Überreste anderer großer Raubsaurier aus dem Jura.
Ausgewachsene Tiere erreichten Längen von bis zu zwölf Metern. Die ausgestellte Skelett-Replik im Oberen Torturm ist deutlich kleiner: Sie misst etwa 2,70 Meter in der Länge und rund 1,30 Meter in der Höhe. Damit entspricht sie in etwa der Größe von „Little Al“, einem Allosaurus-Skelett das 2011 bei einer Ausgrabung im US-Bundesstaat Wyoming entdeckt wurde und seit 2022 im Dinosaurier Museum Altmühltal bestaunt werden kann. Nach Angaben des Museums handelt es sich um das jüngste jemals gefundene Exemplar; das Tier war vermutlich etwa zwei Jahre alt.
Realisiert wurde das Projekt in der MACHBAR, der Zukunftswerkstatt des FADZ. „Die besondere Herausforderung lag in der Aufbereitung der 3D-Scandaten sowie in der späteren Montage des Skeletts“, erläutert Laboringenieur Johannes Hajer vom FADZ-Zweckverband, der das Projekt gemeinsam mit Sarah Schindhelm, Bundesfreiwilligendienstleistende, umsetzte. Das Modell besteht aus rund 50 Einzelteilen. Allein der Druckprozess dauerte etwa 220 Stun-den. Nach der technischen Nachbearbeitung wurden die einzelnen Komponenten zu einem vollständigen Skelett montiert.
„Ein Dinosaurier aus dem 3D-Drucker im historischen Torturm – das ist eine Kombination, die neugierig macht. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt gemeinsam mit dem FADZ realisieren konnten. Es zeigt anschaulich die vielfältigen und innovativen Einsatzmöglichkeiten digitaler Technologien mit dem FADZ in Lichtenfels“, zeigt sich Erster Bürgermeister Andreas Hügerich begeistert.
Der Obere Torturm ist ab dem 1. März 2026 jeweils freitags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene zwei Euro, für Kinder ab sechs Jahren ein Euro. Wer den Aufstieg bis zur obersten Ebene wagt, wird zusätzlich mit einer beeindruckenden Panoramaaussicht über Lichtenfels und das Umland belohnt.

