„Eila“, der Gemaa-Diener

(Standort: Gabelung Bayernstraße – Pfälzerstraße = früherer östlicher Ortsrand des Dorfs Unterwallenstadt)
 

Eila der GemeindedienerStadt Lichtenfels, Claudia Dressel

Die Kommunikation zwischen Gemeinde und Bürgern im Wandel der Zeit

Früher hatte die Gemeinde Oberwallenstadt (mit den Ortsteilen Ober- und Unterwallenstadt sowie Krappenroth) einen einzigen Mitarbeiter, den Gemeindediener. Eine seiner Aufgaben war die mündliche Verbreitung von amtlichen „Bekanntmachungen“. Dabei führte er – neben Dienstmütze und Aktentasche – stets die „Gemaaglock`n“ mit sich, um auf sich aufmerksam zu machen.

 

Zum 1. April 1959 hatten sich die Bürgerinnen und Bürger der drei Orte mit großer Mehrheit für die Eingemeindung in die Stadt Lichtenfels entschieden. Was der „Gemaa-Diener“ Georg Feil, im Volksmund „Eila“ genannt, bis dahin lautstark mit Glocke und seiner Stimme verkündete, vollzieht nun geräuschlos weitgehend der Arbeitskollege Computer, ergänzt von Post und Lokalpresse. 
Die früher unverzichtbare Aufgabe des Gemeindedieners hat in der zunehmend digitalisierten Verwaltungswelt ausgedient – hier symbolisiert durch die kleinere Figur mit einem Smartphone in der Hand (mundartlich auch „Wischkästla“, oberfränkisches Wort des Jahres 2015).

 

 

Gemeindediener Georg Feil – „Eila“Privatbesitz, alle Rechte vorbehalten
Gemeindediener Georg Feil – „Eila“ – (1905 – 1986) bei Bekannt-machung der neuesten Gemeindenachrichten mit Dienstmütze, Aktentasche und „Gemaaglock‘n
Eila der Gemeindediener bei StraßenarbeitenPrivat, alle Rechte vorbehalten
Straßenarbeiten in der Hohlgasse zwischen Ober- und Unterwallenstadt mit dem einzigen Gemeindearbeiter Georg Feil. Der „Bauhof“ der Gemeinde im Einsatz, 1950er Jahre

 

Weitere wesentliche Aufgaben des „Gemaa-Dieners“ waren zum Beispiel:

Einkassieren von Grundsteuer und Feuerschutzabgabe, Aktentransport zum Landratsamt.
Zudem war er der „Bauhof“ der Gemeinde: Er sorgte mit Schubkarre, Schaufel, Pickel, Besen, Sense und Muskelkraft für Instandhaltung und Sauberkeit auf den (damals durchweg nicht geteerten) Straßen und Wegen im Gemeindegebiet.

Die Aufstellung der beiden Figuren soll an diesen Wandel erinnern. Sie erfolgte im Jahr 2026 nach Grundsanierung der Verbindungsstraßen zwischen Ober- und Unterwallenstadt und wurde durch ortsansässige Bürger finanziell unterstützt.

 

Künstlerin: Irmgard Wissing, Bad Bevensen