Die Kunst des Flechtens entdecken
Flechtkurse zum Lichtenfelser Korbmarkt 2026
(c) Cara SchwabDas Zentrum europäischer Flechtkultur (ZEF) hat für den Lichtenfelser Korbmarkt vom 18. bis 20. September 2026 erneut ein abwechslungsreiches und hochwertiges Flechtkursprogramm zusammengestellt. Renommierte Flechthandwerkerinnen und Flechthandwerker aus Australien, Deutschland, Norwegen, Österreich, Polen, Spanien, der Ukraine und Ungarn vermitteln traditionelle Techniken ebenso wie zeitgenössische Flechtkunst. Ergänzend zum ganzjährigen Flechtkursangebot bieten die Stadt Lichtenfels und das ZEF speziell zum Korbmarkt 15 Workshops an. Die Kurse richten sich an Einsteiger und Fortgeschrittene und können ab sofort online gebucht werden.
„Dass wir Kursleiterinnen und Kursleiter aus so vielen Ländern in Lichtenfels begrüßen dürfen, unterstreicht die internationale Bedeutung des Korbmarkts als Treffpunkt der Flechtkultur. Hier werden Wissen, Traditionen und neue Ideen über Ländergrenzen hinweg weitergegeben.“, freut sich Manfred Rauh, Geschäftsführer des Zentrums europäischer Flechtkultur Lichtenfels.
(c) Aly de GrootDie australische Textilkünstlerin Aly de Groot verbindet Flechtkunst mit Umweltbewusstsein. Bekannt ist sie für ihre Arbeiten aus recyceltem Meeresmüll. In ihrem Workshop entstehen aus Angelschnüren und weiteren wiederverwendeten Materialien kleine Quallen, die Kreativität und Nachhaltigkeit miteinander verbinden.
Die norwegische Korbmacherin Hege Iren Aasdal erforscht, bewahrt und vermittelt traditionelle, teilweise vom Aussterben bedrohte Flechttechniken ihres Heimatlandes. Aus Birkenwurzeln – einem Material, das bereits von den Wikingern genutzt wurde – entstehen in ihrem Workshop kunstvolle Ohrringe.
In der Ukraine besitzt das Flechten mit Stroh einen hohen kulturellen Stellenwert. Die Ukrainerinnen Liudmyla Kamenchuk und Anna Deynega geben Einblicke in diese traditionelle Handwerkskunst und vermitteln klassische Techniken der Strohflechterei. Ebenfalls aus der Ukraine stammt Orysia Shchur, die auf die Herstellung traditioneller Rahmenkörbe spezialisiert ist und ihr Wissen an die Kursteilnehmer weitergibt.
Die ungarische Flechthandwerkerin Kiss Tünde lebt im UNESCO-Welterbe-Dorf Hollókő und arbeitet ausschließlich mit regionalen Naturmaterialien wie Binsen, Rohrkolben, Maisschalen oder Stroh. In ihrem Workshop zeigt sie, wie aus Rohrkolben mit der Stern-Flechttechnik filigraner Ohrschmuck entsteht.
(c) Hege Iren AasdalKatarzyna Kowalska und Paulina Adamska vertreten mit „Serfenta“ eine international anerkannte polnische Organisation, die sich dem Erhalt und der zeitgemäßen Weiterentwicklung des traditionellen Flechthandwerks widmet. Beim Flechten in der für Polen typischen Spiralschlingentechnik mit Roggenstroh lernen die Teilnehmer traditionelle Methoden der Strohverarbeitung in Polen kennen.
Die gebürtige Berlinerin Lisa Lena Ringel, die heute in Chile lebt, hat sich auf die Coilingtechnik (Wulstwickeltechnik) spezialisiert. Aus den robusten Blättern des Neuseelandflachses fertigt sie gemeinsam mit den Teilnehmern individuellen Haarschmuck.
Auch die Österreicherin Karina Gerzabek, die in Neuseeland lebt und arbeitet, widmet sich dieser Technik. Sie zeigt, wie aus unterschiedlichsten Pflanzenfasern dekorative Körbe entstehen.
Im Kurs von Cara Schwab lernen die Teilnehmer die österreichische Wickeltechnik kennen. Aus farbigem Raffia-Bast entstehen dabei individuelle Körbchen, die die Vielseitigkeit dieser Flechttechnik eindrucksvoll zeigen.
Wer die spanische Flechttradition mit Esparto-Gras kennenlernen möchte, ist bei Carlos Fontales und Nora Gawenda richtig. Carlos Fontales zeigt die Herstellung traditioneller Behälter aus charakteristischen fünfsträngigen Zöpfen, während Nora Gawenda mit einer besonderen Klopftechnik kleine Besen entstehen lässt.
Für stimmungsvolle Akzente sorgt schließlich Claudia Gensch. In ihrem Workshop entsteht ein dekoratives Windlicht, das verschiedene Flechttechniken mit Naturmaterialien kombiniert.
Die ein- bis vierstündigen Workshops finden während des Korbmarkts in den Flechtwerkstätten im Lichtenfelser Stadtschloss sowie in der Zukunftswerkstatt „Machbar“ des FADZ statt.
Das vollständige Kursprogramm sowie die Online-Anmeldung sind unter www.flechtworkshops.de verfügbar. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung.

